Zwei ungleiche aber starke Partner: Einerseits das Bürohaus als langgestreckter Riegelbau, welcher die rechte Flanke des Amtshausvorplatzes räumlich fasst und den Abschluss des Amtshaus-Ensembles gegen das Wohnquartier definiert. Andererseits das kleine aber selbstbewusste Tiny-Haus des Abwartes: Eingebettet wie ein Findling in den Garten des Gemeindehauses, und gleichzeitig integriert in die Umgebung. Die Funktionen von Arbeiten und Wohnen werden getrennt und gleichsam in den sehr unterschiedlich ausformulierten Baukörpern visuell erlebbar. Beim Bürohaus wiederspiegeln die Loch- und Bandfassaden die verschiedenen Nutzungen in seinem Inneren. Durch die primär als Lofttypen gestalteten Grundrisse werden die unterschiedlichsten Büroformen, wie zum Beispiel Open-Space, Shared Desk, Multi-Work-Spaces oder klassische Raumzellen ermöglicht und das Gebäude kann im Laufe der Zeit den sich wandelnden Anforderungen immer wieder angepasst werden.
Die neuen Umgebungsflächen ordnen sich in die orthogonale Konzeption der Baukörper ein und ergänzen diese. Klare Verbindungswege und Vorplätze ermöglichen eine intuitive Orientierung und kurze Wegeverbindungen auf dem Areal. Entlang der Schwarzseestrasse wird die Gestaltung des Strassenrandes mit Bäumen aufgegriffen und weitergeführt. Unter dem Gründach der Bäume entsteht ein attraktiver Aussenbereich mit hoher Aufenthaltsqualität, welcher von dem daran angrenzenden Café genutzt werden kann. Die raumbildenden geschnittenen Hecken bilden einen Puffer zwischen Hauptstrasse oder benachbartem Wohnquartier und Bürohausgarten.
Die innenräumliche Organisation des Bürohauses, insbesondere das zentrale Treppenhaus ermöglicht kurze Wegeverbindungen und vielfältige Synergien zwischen den verschiedenen Nutzungseinheiten. Die öffentlich zugänglichen Bereiche, wie Schalterzone, Besprechungsräume, Sitzungssaal und Cafeteria kommen ebenerdig mit kurzer Distanz zur Schwarzseestrasse und zum bestehenden Amtshaus zu liegen. Die Büronutzungen sind ihrer diskreteren Stellung entsprechend in den oberen Geschossen untergebracht. Grösstenteils nach Süden orientiert, bietet sich von den Arbeitsplätzen ein eindrucksvoller Ausblick in die sattgrüne ländliche Umgebung und auf die Alpen. Dezentral angeordnete Loggien bieten die Möglichkeit, den Aufenthalts- oder Arbeitsbereich in den Aussenraum zu erweitern.
Beide Gebäude sind als Holzbauten konzipiert, mit Verkleidungen aus PV-Modulen am Bürohaus und gewellten Faserzementplatten am Wohnhaus. Durch das Ausstellen der PV-Module und einer mit zunehmender Höhe versetzten Anordnung der Faserzementplatten, wird jeweils der konstruktive Holzschutz gewährleistet. Während die Häuser nach aussen ihr primäres Baumaterial verbergen, wird dieses im Inneren mittels Wand- und Deckenverkleidungen in Holz sowie sichtbaren Deckenbalken in Szene gesetzt und damit zu einem wesentlichen Gestaltungselement. In den Innenräumen entsteht mit natürlichen und umweltschonenden Materialien eine helle und warme Atmosphäre.
MITARBEIT
Fotis Panagopoulos